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Geschäftspartner in China prüfen: Woran Sie seriöse Unternehmen erkennen

Stand: November 20268 Min. Lesezeit
Hände unterschreiben ein Dokument mit einem Füller

Ein professioneller Internetauftritt sagt wenig darüber, wer hinter einem Unternehmen steht. Mit den folgenden Schritten bekommen Sie ein klareres Bild, bevor Sie Verträge schließen oder Geld überweisen. Die Forschung zu Lieferbeziehungen in China zeigt außerdem: Die beste Absicherung entsteht, wenn formale Prüfung und persönliche Beziehung zusammenspielen.

Vertrag oder Vertrauen? Was die Forschung zeigt

Liu et al. (2009) untersuchten 225 Hersteller-Händler-Paare in China. Verträge waren wirksamer, um opportunistisches Verhalten zu begrenzen, persönliche Beziehungsnormen verbesserten dagegen stärker die Zusammenarbeit insgesamt – am besten wirkten beide zusammen. Zhou und Xu (2012) kommen für ausländische Einkäufer bei chinesischen Lieferanten zu einem ähnlichen Ergebnis: Eine gute Beziehung ergänzt detaillierte Verträge und sorgt dafür, dass diese auch umgesetzt werden. Zhou und Poppo (2010) zeigen, dass Unternehmen eher auf Verträge setzen, wenn sie das Rechtssystem als verlässlich wahrnehmen, und sich sonst stärker auf Erfahrungen mit dem Partner stützen. Und Shen et al. (2019) warnen: Zwischen persönlicher Nähe und Opportunismus besteht ein umgekehrt U-förmiger Zusammenhang – sehr enge persönliche Beziehungen zwischen den handelnden Personen können das Risiko wieder erhöhen, wenn formale Kontrollen fehlen. Die folgenden Prüfschritte sind deshalb kein Misstrauensbeweis, sondern die Grundlage für eine belastbare Beziehung.

Die 7 Prüfschritte

  1. Registrierung prüfen

    Jedes Unternehmen in China hat einen 18-stelligen Einheitlichen Sozialkreditcode. Damit lassen sich im staatlichen Unternehmensregister (National Enterprise Credit Information Publicity System, gsxt.gov.cn) Name, Rechtsform, Registerkapital, Geschäftszweck, Status und Gesellschafter einsehen.

  2. Geschäftszweck abgleichen

    Passt der eingetragene Geschäftszweck zu dem, was Ihnen angeboten wird? Eine reine Handelsfirma ist kein Hersteller – das ist nicht unseriös, verändert aber Preise, Qualitätskontrolle und Verantwortung.

  3. Den chinesischen Namen verwenden

    Maßgeblich ist der eingetragene chinesische Firmenname, nicht der englische. Verträge, Rechnungen und Zahlungen sollten auf genau diesen Namen lauten.

  4. Auf den Firmenstempel achten

    In China bindet in der Regel der offizielle Firmenstempel das Unternehmen. Achten Sie darauf, dass Verträge mit dem offiziellen Stempel versehen sind und dessen Name mit der Registrierung übereinstimmt.

  5. Bankdaten absichern

    Zahlen Sie nur auf Konten, die auf den Namen Ihres Vertragspartners laufen. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Kontodaten kurzfristig per E-Mail geändert werden – das ist ein häufiger Betrugsweg.

  6. Vor Ort prüfen

    Ein Besuch in Fabrik oder Büro zeigt mehr als jedes Dokument und ist zugleich der erste Schritt zu einer persönlichen Beziehung. Wenn Sie nicht selbst reisen können, lassen Sie den Besuch von einer vertrauenswürdigen Person vor Ort übernehmen.

  7. Vertrag sauber aufsetzen und Beziehung pflegen

    Legen Sie fest, welche Sprachfassung maßgeblich ist, und klären Sie Gerichtsstand oder Schiedsverfahren. Für die rechtliche Prüfung empfiehlt sich eine auf China spezialisierte Kanzlei. Pflegen Sie parallel den persönlichen Kontakt – aber verlassen Sie sich nie allein darauf (Shen et al., 2019).

Kurz gesagt

Sozialkreditcode prüfen, Geschäftszweck abgleichen, chinesischen Namen und Stempel kontrollieren, Bankdaten absichern, vor Ort hinschauen – und Vertrag und Beziehung als Einheit verstehen.

Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.

Küper Consulting unterstützt bei der Recherche, bei Gesprächen und Besuchen vor Ort und bei der Vorbereitung erster Verträge mit Ihren Fachberatern.

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Literatur

  • Liu, Y., Luo, Y., & Liu, T. (2009). Governing buyer–supplier relationships through transactional and relational mechanisms: Evidence from China. Journal of Operations Management, 27(4), 294–309. https://doi.org/10.1016/j.jom.2008.09.004
  • Shen, L., Zhang, C., & Teng, W. (2019). The double-edged effects of guanxi on partner opportunism. Journal of Business & Industrial Marketing, 34(6), 1313–1322. https://doi.org/10.1108/JBIM-01-2018-0039
  • Zhou, K. Z., & Poppo, L. (2010). Exchange hazards, relational reliability, and contracts in China: The contingent role of legal enforceability. Journal of International Business Studies, 41(5), 861–881. https://doi.org/10.1057/jibs.2010.4
  • Zhou, K. Z., & Xu, D. (2012). How foreign firms curtail local supplier opportunism in China: Detailed contracts, centralized control, and relational governance. Journal of International Business Studies, 43(7), 677–692. https://doi.org/10.1057/jibs.2012.7

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